Alfons Sarrach - Weine über Deutschland, mein Kind“
Die Erinnerungen sind bitter, der Autor ist es nicht. Trotz der überschweren Erfahrungen von Krieg, Vertreibung und Heimatlosigkeit, die jemand, der 1939 Kind war, mit einer ganzen Generation teilt. Zumal, wenn er wie Alfons Sarrach damals in Danzig lebte, und das Trauma ihn immer begleitete.
So werden vergessen gewähnte Bilder und Gefühle wieder wach, als der Mann im Jahre ´94 seine indische Tochter nach Großbritannien bringt – in der Hoffnung auf mehr Toleranz. Auf der Flucht vor feindseliger Fremdheit. „Weine über Deutschland, mein Kind“ hat Sarrach, heute Journalist und Publizist, das Buch genannt, das diese Situation zu fixieren, zu bewältigen sucht. Es ist eine Art politischer Essay geworden, versetzt mit persönlichen Episoden, Beobachtungen und Anmerkungen. Eine Mahnung, quasi an der Jahrtausendschwelle. Denn der Mann ist besorgt über den Zustand menschlicher Vernunft, gerade hier zu Lande, wo Rechte neue Angst verbreiten.
Und jene alte Furcht aus der Kindheit gibt ihm Recht.