>Der Christ von Morgen<

Mitteilungen und Kommentare zu Neuverkündigung und Zukunft

 

Erscheint im CvM-Verlag GmbH. 36160 Dipperz, Hauptstr. 3, Fax: 06657-6546. Preis: Wird auf Anforderung einmal monatlich kostenlos verandt.

Was will der „Christ von Morgen“? Obwohl von schlichter Aufmachung, gehört er inzwischen nach Meinung kompetenter Stimmen zu den Spitzenprodukten christlicher Publizistik in Deutschland. Er will, dass Sie noch tiefer an die Kraft der christlichen Botschaft glauben, wenn Sie ihn aus der Hand legen. Er will Sie auf neue Entwicklungen aufmerksam machen und Ihnen behilflich sein, historisch sich öffnende Türen zu sehen, neue Möglichkeiten wahrzunehmen und Krisen in der Perspektive dieser Botschaft zu bewältigen.

 

Lesebeispiele:

Ausgabe Dezember 2009 Blatt:

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Ausgabe November 2009 Blatt:

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Ausgabe Oktober 2009 Blatt:

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Ausgabe September 2009 Blatt:

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Ausgabe August 2009 Blatt:

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Ausgabe Juli 2009 Blatt:

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Ausgabe Juni 2009 Blatt:

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Ausgabe Mai 2009 Blatt:

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Ausgabe April 2009

Ausgabe März 2009

Ausgabe Februar 2009

Ausgabe Januar 2009

Geschichte steht am Anfang

Rassismus und moderne Bibelkritik

(Auswahl bitte jeweils anklicken!)

 

 

Geschichte steht am Anfang

(Fortsetzungsserie „Skandal des Jahrhunderts“)

 

 Es ist bezeichnend, dass neuerdings die christlichen Hochfeste zum Anlass genommen werden, Kernwahrheiten des Christentums entweder in Frage zu stellen oder ihnen eine neue Deutung zu geben, das heisst, sie innerlich auszuhöhlen. Geschah das früher von außerhalb der Kirche, so geschieht das inzwischen innerhalb der Kirche. Weihnachten war es in einem Aufsatz in der ehemals katholischen Zeitschrift GONG Jürgen Fliege (evangelischer Pastor), Ostern Ludwig Weimer von der Katholischen Integrierten Gemeinde in der katholischen „Tagespost“. .

In beiden Fällen geht es darum, die Geschichtlichkeit der Person Jesu oder wesentliche Ereignisse um die Person Jesu historisch anzuzweifeln. Aus Geschichte wird Fiktion, aus Wahrnehmung (der Apostel) Illusion. Die „Augen des Herzens“ werden ins Spiel gebracht. Mit anderen Worten, die Phantasie, das Wunschdenken, die angeblich den Erlebnissen mit dem Auferstandenen zugrunde liegen. Hier sollte die gläubige Gemeinde mit dem Aufschrei reagieren: „Non possumus“ – „Wir können nicht“ (mehr mitmachen).

  Urknall und Auferstehung

In der Fernsehsendung des BR im Herbst mit Kardinal J. Ratzinger sagte der Heidelberger Theologe Klaus Berger, man könne heute nicht mehr zwischen evangelischen und katholischen Exegeten unterscheiden. In der Tat, in der Ablehnung historischer Ereignisse um die Entstehung des Christentums liegen sie auf der gleichen Linie. Aber aller Glaube basiert auf historischen Erfahrungen. Mit dem Urknall, mit der Schöpfung also, hat Raum und Zeit begonnen, mit anderen Worten, die Geschichte. Mit der Auferstehung Jesu wurden Raum und Zeit außer Kraft gesetzt (er ging durch verschlossene Türen). Der Anfang vom Ende der Geschichte hat begonnen. Seither leben wir an der Grenzlinie zwischen Geschichte und Ewigkeit. Niemand ist Zeuge der Auferstehung gewesen, vom Leichentuch von Turin abgesehen, das sich vielleicht einmal als der größte Zeuge dieses Ereignisses herausstellen könnte.

Schlüssel für das Geheimnis

Aber selbst wenn jemand dabei gewesen wäre, ist es fraglich, ob er es wahrgenommen hätte, ob es ihm nicht so ergangen wäre wie den zwei Jüngern, die nach Emmaus pilgerten, denen sich Jesus zugesellte, mit ihnen diskutierte und die ihn dennoch nicht erkannten. Hier haben wir den Schlüssel für das Geheimnis der Auferstehung. Die Jünger erkannten ihn erst, als Jesus es wollte, als er den Zeitpunkt für gekommen sah, dass sie ihn erkannten. An ganz anderen Dingen als früher, nämlich beim Brotbrechen. Es war Gnade. Dennoch war das physische Erlebnis Vorbereitung für die Erkenntnis des Glaubens. Ähnlich erging es Maria von Magdala, die ihn am Ostermorgen vor dem Grabe für den Gärtner hielt, bis er sich ihr zu erkennen gab. Mit dem Kennenlernen des historischen Jesus, seines irdischen Wirkens, seines Umfeldes, der von ihm gewirkten Zeichen und Wunder, beginnt jede Betrachtung der Gestalt Jesu. Daran führt kein Weg vorbei.

Universale Bedeutung erkannt

Natürlich haben die Jünger Jesu sein Wirken nach der Auferstehung anders gesehen als vorher. Erst danach waren sie in der Lage, seine Worte, seine Verkündigung, seine Offenbarung voll zu verstehen. Vor allem die universale Bedeutung dieser Offenbarung. Der historische, vorösterliche Jesus ist von dem nachösterlichen nicht zu trennen. Die künstliche Unterscheidung zwischen dem historischen Jesus und dem sogenannten „Christus des Glaubens“ ist absurd. Bereits vor der Auferstehung wurde Jesus vor den Augen von drei seiner Jünger auf einem Berge „verklärt“. Es war in gewisser Hinsicht die Vorwegnahme der Auferstehung, was manche angelsächsische Exegeten neuerdings dazu veranlasst, von einer Auferstehung vor der Auferstehung zu sprechen.

Verneinung des trinitarischen Gottes

Die Vernebelung oder Verwässerung der Auferstehung als historisches Ereignis zielt im Grunde auf etwas ganz anderes. Es bleibt in Wahrheit eine Infragestellung der „Inkarnation“ überhaupt. Geheimnisvolle Menschwerdung im Schoße Marias und Auferstehung sind zusammen zu sehen. Auch bei der Inkarnation war niemand dabei. Und selbst Maria, die unmittelbar Betroffene, musste glauben.

Wer die Auferstehung bezweifelt, direkt oder indirekt, bezweifelt auch die Menschwerdung Gottes. Und er verneint letzten Endes den trinitarischen Gott, der uns ja erst durch die Menschwerdung geoffenbart wurde.

Kein Wunder, dass deshalb in allen Schriften des Neuen Testamentes das Zeugnis der Apostel für die Auferstehung immer wieder auftaucht. Es ist der rote Faden, der ihr ganzes Denken und Wirken durchzieht.

Als der große Paulus von Tarsus auf dem Areopag in Athen zu den „Denkern“ seiner Zeit sprach, machte er die Auferstehung zum Eckstein seiner Rede – und ist gescheitert. Es zeigt sich, dass es so nicht nur vor 2.000 Jahren in Athen war. Es ist bis heute so geblieben.

(Fortsetzung folgt)

 

 

Rassismus und moderne Bibelkritik

(Fortsetzungsserie „Skandal des Jahrhunderts“)

 

In den kommenden zwei Wochen wird man eines Mannes gedenken, der im 20. Jahrhundert in der Bibelwissenschaft eine Rolle gespielt hat, für die die einen voll des Lobes sind, die andere wiederum als außerordentlich verhängnisvoll betrachten und zwar in allen Konfessionen. Es ist Rudolf Bultmann. Er starb vor 25 Jahren am 30. Juli 1976 in Marburg.

Wir haben in unserer Serie keinen Hehl daraus gemacht, dass wir ihn für einen der Hauptverantwortlichen für den rapiden Glaubensschwund in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts halten, jemandem, der das Glaubensgut von innen her zerstört hat.

Jesus, der Jude, irritierte sie

Was immer wieder verdrängt wird ist die Tatsache, dass der Höhepunkt seiner theologischen Spekulationen mit dem Höhepunkt des Nationalsozialismus zusammenfällt. Seine Hauptthese (es war nichts anderes als eine ganz persönliche Meinung) lief darauf hinaus, dass er das Weltbild der Bibel für mythisch hielt, für das moderne Denken nicht mehr akzeptabel. Er wollte zeitbedingte Vorstellungen mit dem heutigen Verständnis (das war zu seiner Zeit die Sicht des Nationalsozialismus) von Welt und Ewigkeit in Einklang bringen. Aber es war vor allem Jesus, der Jude, der ihn irritierte. Das wagen viele noch heute nicht auszusprechen. „Christus nach dem Fleisch geht uns nichts an, wie es im Herzen Jesu ausgesehen hat, weiß ich nicht und will ich nicht wissen“. Wichtig ist hier das „will ich nicht wissen“. Nun, Jesus war dem Fleische nach Jude.

Schöpfung des griechischen Geistes

Auch Bultmanns Lehrer, Adolf von Harnack (1851-1930), sah in den Evangelien vor allem eine Schöpfung des griechischen Geistes. Den Semiten, den Juden, sprach man die Genialität ab, solche Texte zu verfassen. Sowohl Harnack als auch Bultmann haben in einer Zeit gewirkt, in der der Antisemitismus in Deutschland, aber auch in Frankreich und zum Teil in Großbritannien, wahre „intellektuelle“ Orgien gefeiert hat. Sein programmatisches Referat „Neues Testament und Mythologie. Das Problem der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung“ hielt Rudolf Bultmann im Jahre 1941, als die Vision vom germanischen Übermenschen in Deutschland immer brutalere Formen annahm und Adolf Hitler mit seinen Armeen im Osten die Sowjetunion überfiel, um bis zum Kaukasus und zum Ural vorzustoßen. Hitler hatte bereits Anfang der dreißiger Jahre in internen Zirkeln das Alte wie das Neue Testament als „jüdisches Geschwätz“ abgetan. Die Bibelkritik von Harnack und Bultmann, haben ihre tiefsten Wurzeln im Antisemitismus, der unterschwellig in jener Zeit auch die Atmosphäre in der evangelischen und in großen Teilen auch in der katholischen Kirche beherrschte. Es war übermenschlicher Mut, dass Johannes Paul II., ein Pole, in dessen Heimat der Antisemitismus ebenfalls eine starke Tradition hatte, zum Ausklang unseres Jahrhunderts, dieses Tabu gebrochen hat. Was Bultmann angeht, war der CvM bereits vor zwei Jahren bereit, als einsame Stimme im deutschsprachigen Raum, der Katze die Schelle umzuhängen.

Bis zum heutigen Tag destruktiv

Harnack und Bultmann mögen in Teilbereichen Großes geleistet haben, vor allem was die antike Literatur angeht, als Ganzes gesehen waren ihre nie bewiesenen Theorien destruktiv und sind es bis zum heutigen Tag. Wenn sie von manchen Kommentatoren, vor allem Bultmann, als „Klassiker der Theologie“ bezeichnet werden, so liegen diese Stimmen nicht falsch, denn längst ist Theologie in der öffentlichen Meinung nicht mehr mit Glauben gleichzusetzen.

Bultmann, der die Evangelien gut gekannt haben will, meinte, wie es im Herzen Jesu ausgesehen habe, wisse er nicht. Hätte er die Abschiedsrede Jesu vom letzten Abend, die der junge Lieblingsjünger Johannes mit genialer Mnemotechnik (Gedächtnistechnik) festgehalten hat, mit psychologischem Einfühlungsvermögen gelesen, dann wäre ihm eine Ahnung von dem aufgegangen, was im Herzen Jesu vorgegangen ist.

Theologen ins Stammbuch geschrieben

„Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! ...Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.“ (J,15,9-11)

Was im Herzen Jesu vorgeht, erfährt man nicht, am Schreibtisch sitzend und die Pfeife rauchend (wie Archivfotos Bultmann zeigen), sondern betend und auf den Knien. Die Sache Jesu ist eine zu ernste Sache, um Gegenstand intellektueller Erörterungen zu sein. Bereits am Anfang seiner Tätigkeit schrieb Jesus den Theologen von Jerusalem folgende Mahnung ins Stammbuch:“ Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre Gottes sucht“ (J5,44) Mit anderen Worten, wer die Anerkennung und die Ehrungen der Menschen sucht, kann den Glauben nicht finden. Bultmann hat – wie sein Lehrer Harnack – viele Ehrungen erhalten, den Glauben aber zerstört.

(Fortsetzung folgt)